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Kann ein Bonbon denn bitter sein? bluvion erwacht zum Leben

Heute gibt's für euch exklusiv die dritte Geschichte im Rahmen unseres Jubiläumsjahres: 10 Jahre, 10 Geschichten.

Der Tag, an dem alles auf dem Spiel stand

Nach der ersten Entwicklung einer ganzen Produktpalette (von der ich euch in der letzten Geschichte berichtet habe) suchte ich nach einem geeigneten Namen für meine Marke. Der Name sollte leicht über die Lippen gehen und verspielt die Natürlichkeit meiner Produkte widerspiegeln. Gleichzeitig sollte er seriös genug klingen, um Vertrauen in meine wochen- und monatelang erprobten und verfeinerten Cremes und Öle zu stiften.

Die Entscheidung traf ich – wie so oft – beim entspannten Spaziergang in der Natur: „Blubonbon“ würde meine Marke heißen! „blu“ für das Blau des Himmels, unter dem die Natur ihre wundersamen Kräfte freisetzt, und „bonbon“ als doppelte Übertragung des Adjektivs „gut“.

Ein Name wird zur Heimat

Im Lauf der ersten Firmenjahre wuchs mir und meinen Kunden dieser Name ans Herz. Er wurde zu meinem Nordstern, wenn ich wieder in meiner Rührküche stand und mit neuen Rezepturen experimentierte. Er wurde zum Hafen für all jene, die Schutz vor den Fluten uneffektiver Kosmetikprodukte suchten. Er wurde zum Symbol für Begegnungen mit meinen Kundinnen und Kunden, die sowohl Erlebnisse als auch Ergebnisse mit mir feierten. Kurzum: Der Name trug uns.

Bis zu dem Moment, ab dem er es plötzlich nicht mehr durfte.

Ein Einspruch, der alles veränderte

Nachdem ich 2017 eine EU-weite Markeneintragung beantragt hatte, erhielt ich nur wenige Tage vor Ablauf der Einspruchsfrist eine ernüchternde Nachricht. Eine Firma, die in Europa unter der Wortbildmarke „BonBons“ Pflegeprodukte für Kinder vertreibt (allerdings keine Naturkosmetika!), hat die Markenanmeldung wegen Verwechslungsgefahr beeinsprucht.

„Wir müssen Ihren Antrag leider ablehnen“, teilte mir das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum nüchtern mit. Die Marke „Blubonbon“ dürfe in dieser Form nicht weiter bestehen bleiben. Man gab mir eine Übergangsfrist bis Ende 2020, um von den vorhandenen Etiketten und Verpackungen noch Gebrauch zu machen. Das Schicksal von „Blubonbon“ schien besiegelt. Ich war wie vom Donner gerührt.

Im freien Fall

Was danach folgte, war ein Sprung ins Ungewisse. Denn mit einem Namen verschwindet ja nicht nur ein Wort. Es verschwindet auch ein Stück Identität. Ein Teil der eigenen Geschichte. Und es verschwindet ganz viel Kapital, das man in Marketing und Vertrieb gesteckt hat. Im Prinzip hatte ich alles richtig gemacht, musste aber trotzdem von vorn anfangen. Da capo, wie es so schön heißt. Doch welchen Namen sollte meine Firma von nun an führen?

Was ich wusste, war, dass ich das „blu“ am Beginn des Markenwortlautes unbedingt beibehalten wollte, um meine Kundinnen und Kunden nicht zu verunsichern oder gar zu verlieren. Daneben begann ich in unermüdlicher Denkarbeit Buchstaben zu drehen, Endungen zu verschieben, Silben zu erfinden und neu zu kombinieren: blubonbou, blubonbeau, blubobo, blubion…

Alles neu macht die Marke

Dieser kreative Kraftakt zog sich über ein paar Wochen hin. Meine Familie half tatkräftig mit, bis es plötzlich bei mir klickte: „bluvion“. In diesem Wort vermischte sich für mich die Eleganz der Natur mit dem beschwingten Flair Frankreichs, wo es mich seit meinem achtzehnten Lebensjahr immer wieder hinzieht.

Auch die Umstellung vom Großbuchstaben „B“ auf das handschriftlich geschriebene „b“ machte sämtliche Kosten und Mühen wett, denn ich sah mich darin selber: das „b“ tanzt und umarmt und lebt. Meinem Grafikdesigner Roland Stecher bin sehr dankbar für die einfühlsame Umsetzung meiner Wünsche.

Dasselbe gilt für meinen Cousin Johannes, der minutiös sämtliche Farben und Muster auf unseren Etiketten und Produktschachteln überarbeitete. Seine Frau Tonya, eine gebürtige Amerikanerin, übersetzte uns gleich noch sämtliche Produktbeschreibungen ins Englische, so dass wir von nun an zweisprachig unterwegs waren. Und Joel, der Sohn eines befreundeten Paares, der schon als 18-Jähriger die wesentlichen Grafikprogramme beherrschte, setzte unser komplettes Design um. Was für ein großer Segen war doch aus der großen Misere erwachsen!

Der große Moment

Nach unzähligen Stunden Schweiß und Arbeit war es dann endlich so weit. Alle Produkte standen im Regal. Neue Etiketten. Neuer Name. Neues Erscheinungsbild.

bluvion. Es war ein erhebender Moment.

Heute wirkt „Blubonbon“ für mich bereits unendlich weit entfernt. Was jedoch geblieben ist, ist die Erfahrung, dass selbst ein scheinbares Scheitern eine neue Richtung vorgeben kann. Ein erfolgreiches Unternehmen ist schließlich das, was man bereit ist, dafür zu geben. Und ich hoffe, dass ihr das alle spürt, wenn ihr meine Produkte verwendet.

Herzlich,

Eure Monika

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